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Erste Genossin fährt nach Bern 

Prisca Birrer wurde gestern als erste Luzerner SP-Nationalrätin vereidigt.

 

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Zwölf Jahre hat sie als Nummer zwei ihrer Partei darauf gewartet.

«Ich gelobe es.» Nach diesem Satz um 14.35 Uhr war es besiegelt: Zum ersten Mal in der Geschichte der SP Kanton Luzern sitzt eine Frau im Nationalrat. Prisca Birrer-Heimo wurde gestern im Nationalratssaal vereidigt.    
 Bereit für das Amt ist die 51-jährige Rothenburgerin schon lange. Drei Mal stand sie auf der Liste auf dem ersten Ersatzplatz - hinter Hans Widmer. Dieser hat nach vierzehn Jahren als Nationalrat Anfang März seinen Rücktritt bekannt gegeben. Als minderwertig empfindet sie ihr «Reinrutschen» aber nicht. «Ich habe drei Mal sehr viele Stimmen geholt», sagt Birrer im Zug Richtung Bern - begleitet von ihrer Familie, Freunden und Parteikollegen.   
 Prisca Birrer bringt eine langjährige Erfahrung als Politikerin mit. Als ehemalige Kantonsrätin kennt sie die parlamentarische Arbeit, als jetzige Finanzvorsteherin der Gemeinde Rothenburg die Exekutive. «Davon profitiere ich heute sehr», sagt sie. Gestern sei sie dennoch nervös gewesen. «Ich habe mich immer wieder gefragt, hab ich auch alles beisammen?»    
 Das Bundeshaus und den Betrieb kennt sie schon ein wenig. «Zum Glück hatten wir zwei Führungen», sagt sie vor dem Haupteingang und schmunzelt: «Es ist mir schon wichtig, dass ich weiss, wann ich welchen Knopf drücken muss beim Abstimmen.»    
 Nach der Vereidigung strahlt sie. «Das ist ein freudiger Moment, der mich auch ein wenig stolz macht», sagt sie in der Wandelhalle, um kurz danach in den Nationalratssaal zurückzukehren - an ihren Teilzeit-Arbeitsplatz für die nächsten eineinhalb Jahre. Dann wird sie sich erneut zur Wahl stellen. Sie hofft, die Zeit genügt, um sich zu profilieren.
 

Harry Tresch

harry.tresch@neue-lz.ch

01.06.2010

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